25.08.2018

Gastbeitrag: Wie geht es weiter mit der Werneuchener Wiese? – Untersuchung der Machbarkeit verschiedener Nutzungswünsche und Anforderungen

Im September 2017 hatte uns die BVV aufgefordert, für die Werneuchener Wiese gemeinsam mit Initiativen und Anwohner*innen ein Konzept für eine Bürgerwiese zu erstellen und umzusetzen. Dabei sollte auch eine Fläche für urban gardening zur Verfügung gestellt und das Wegenetz neugestaltet werden. Im Vorfeld und auch danach hatte ich Gelegenheit, mit verschiedenen Akteur*innen ihre Ideen und Wünsche zu besprechen, u.a. mit Kunst & Gemüse, der Gärtnerinitiative Arnswalder Platz und dem Verein ProKietz Bötzowviertel. Beim von uns organisierten großen Anlauftreffen am 12.12.17 wurden unter Beteiligung der Ämter die verschiedenen Nutzungswünsche und –ideen diskutiert und erste Schritte wie Bedarfsanalyse und Machbarkeitsuntersuchungen vereinbart.

Über meinen Fachbereich Stadterneuerung konnte dann die Finanzierung und Beauftragung der Machbarkeitsuntersuchungen mit der Senatsverwaltung abgestimmt werden. Nun liegen wichtige erste Ergebnisse vor. Die wichtigste Erkenntnis ist, dass infolge des Sanierungsstaus in Schulgebäuden und der kaum vorhandenen bezirklichen Flächen für Ausweichstandorte in naher Zukunft eine Teilfläche von ca. 1 ha der Werneuchener Wiesen als temporärer Schulstandort und damit als „Drehscheibe“ für mehrere zur Sanierung vorgesehene Schulen im Umfeld dringend benötigt wird. Angedacht ist ein 2-3geschossiger Baukörper für ca. 600 Schüler*innen.

Die übrigen im Fachvermögen des Straßen- und Grünflächenamtes befindlichen Flächen (ca. 0,7 ha) sollen als Freizeit- und Erholungsflächen mit Teilflächen für gärtnerische Initiativen gestaltet werden. Langfristig soll nach Abschluss der temporären Nutzung durch die „Schul-Drehscheibe“ die gesamte bezirkliche Fläche zur Grünanlage mit Sport- und Freizeitflächen entwickelt werden, zumal hier große bezirkliche Defizite bestehen. Im November soll es dazu ein weiteres Treffen mit Kunst & Gemüse geben, um konkrete Möglichkeiten einer gärtnerischen Zwischennutzung zu erörtern.

Für beide Flächen müssen eine Altlastenerkundung und sehr wahrscheinlich aufwendige Tiefenenttrümmerung vorgenommen werden, da das zuvor dicht bebaute Gelände in den letzten Kriegstagen eingeebnet wurde, um freies Schussfeld zu bekommen. In den mit Trümmern verfüllten Kellergeschossen wird auch Munition vermutet. Die Bodenuntersuchung wurde inzwischen beauftragt. Der Gedenkort für Gustav Meyer und Peter Joseph Lenné am südwestlichen Ende (ca. 0,2,5 ha) wurde 1997 von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung errichtet und soll durch entsprechende Pflegemaßnahmen aufgewertet werden.

Die nordöstlich gelegene landeseigene Teilfläche von ca. 0,6 ha ist weiterhin für den Bau einer neuen Feuerwache seitens des Landes vorgesehen. Zusammen mit der Schulamt und Hochbauamt wird jetzt die weitere Planung inkl. der Kostenübername der Tiefenenttrümmerung geklärt. Ab 2019 könnte dann ein Gestaltungskonzept für die Freiflächen erstellt werden, parallel müsste die Tiefenenttrümmerung erfolgen. Ab 2020 könnten dann solche Nutzungen wir „Schul-Drehscheibe“ und Nachbarschaftsgärten in Kombination mit Schulgarten erfolgen, wobei ich gerade die urban gardening-Idee weiter unterstützen werde.

Vollrad Kuhn, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bürgerdienste

 



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