30.10.2019

Grüne wollen Ensemble am Pankower Tor mit Denkmälern, Gewerbe und Klimaschutz

Denkmal Rundlokschuppen (Foto: Axel Lüssow)

Endlich sollen nun die konkreten Bebauungspläne für das Gelände am Pankower Tor erstellt werden. Das hat die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) auf ihrer Sitzung im September beschlossen. Um die letzten Details gemeinsam mit dem Eigentümer des Geländes zu diskutieren, haben die Fraktionen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Linke eine Aktuelle Stunde auf der 27. BVV am Mittwoch anberaumt.

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen begrüßt die zeitnahe Entwicklung des Geländes. „Wir wollen, dass Sie dieses Quartier so schnell wie möglich, aber auch so gut wie möglich entwickeln“, sagte die Fraktionsvorsitzende Cordelia Koch in ihrer Rede auf der BVV an die Adresse des Eigentümers Kurt Krieger. Die lange Suche nach guten Lösungen für das Gelände habe inzwischen zu einem guten Rahmenplan geführt: Der Panketrail wird über das Gelände führen, es wird keine Shopping Mall geben, sondern Geschäfte und anderes Gewerbe über das Grundstück verteilt.

Cordelia Koch verweist auf den gemeinsamen Besuch des Modellquartiers Aspern in Wien und wünscht sich für das Pankower Tor wie dort „Gewerbe und soziale Einrichtungen im Erdgeschoss der Wohnhäuser, nicht an einer Stelle konzentriert, sondern im gesamten neu zu schaffenden Quartier. Dies kann in Pankow wie in Wien mit gestaffelten Gewerbemieten gelingen.“

Im Juni waren Cordelia Koch und die stadtentwicklungspolitische Sprecherin der bündnisgrünen Fraktion Almuth Tharan zu einer Ortsbesichtigung nach Wien gereist - auf Fraktionskosten. Kurt Krieger hatte den Fraktionen der Grünen, SPD, Linken und CDU den gemeinsamen Besuch vorgeschlagen, um sich von den Wiener Planern Ideen für das Pankower Tor abzuschauen. Allein die Bündnisgrünen kamen dem Vorschlag nach und trafen sich dort mit Kurt Krieger.

Koch erinnerte Herrn Krieger auf der BVV daran, dass sie in Aspern interessante Ideen zur Umsetzung des Klimaschutzes und zur Anpassung an den Klimawandel gesehen haben. Die Bündnisgrünen wollen auch den Erhalt der Lokschuppen auf dem Gelände erreichen.

Kurt Krieger hatte im vergangenen Jahr gegen die Auflage geklagt, die Denkmäler sanieren zu müssen. Das Verwaltungsgericht entschied, Rundschuppen und Verwaltungsgebäude müssten erhalten bleiben. Dagegen ging Krieger in Revision, eine Entscheidung steht noch aus.

Die bündnisgrüne Fraktionsvorsitzende verwiest in ihrer Rede vor der BVV auf die Pläne, die das Bezirksamt für das östliche Gebiet erarbeitet hat: „Danach kann der Teil, auf dem die Industriebauten stehen, ein neues Zentrum für Heinersdorf werden.“

„Sehen Sie sich den Plan nochmal genau an: Es wäre eine Win-Win-Situation“, empfiehlt Cordelia Koch. „Auch unter ästhetischen Gesichtspunkten sind es imposante Gebäude. Sie haben das Potenzial Ihrem Ensemble das gewisse Extra zu geben, wenn Sie sinnvoll saniert und genutzt werden.“

Zum Schluss betonte Koch, dass die Bündnisgrünen keine Verzögerungen durch neue U-Bahn-Pläne oder anderes wollen: „Die Erschließung durch eine Tram ist in trockenen Tüchern. Verkehrsideen anderer Fraktionen sind willkommen. Wir lehnen aber Ideen ab, die das Projekt für die nächsten 20 Jahre lahmlegen.“

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