Am vergangenen Dienstag, den 25. März, habe ich für das Bezirksamt Pankow den städtebaulichen Vertrag mit der Firma Krieger unterzeichnet. In dem Vertrag haben wir insbesondere den Bau von sozialen Wohnungen, die Beteiligung an den sozialen Infrastrukturkosten und die Übertragung von Grundstücken geregelt. Dies ist für die weitere städtebauliche Entwicklung Pankows und für den Kampf gegen die Wohnungsnot in Berlin ein zentraler Meilenstein:
- In den nächsten Jahren wird auf dem ehemaligen Rangierbahnhof Pankow-Heinersdorf ein neues, gemischtes, urbanes Stadtquartier mit 2.000 Wohnungen für insgesamt 4.000 Menschen entstehen sowie der notwendigen sozialen, verkehrlichen und grünen Infrastruktur. 600 Wohnungen davon sind sozial gefördert.
- Es werden zwei Kitas und eine Grundschule gebaut. Außerdem will der Bezirk auf der Westfläche eine neue Bibliothek errichten, mit einer Galerie, dem bezirklichen Museumsarchiv sowie Platz für Kreativgewerbe und Ateliers.
- Über die gesamte Hauptfläche zwischen Berliner Straße und Prenzlauer Promenade zieht sich ein großer Park. Direkt an der Heinersdorfer Brücke (A114) wird ein Möbelhaus der Firma Krieger errichtet. Auch auf der Westfläche zwischen Mühlenstraße und Berliner Straße ist ein Park vorgesehen. Gegenüber entsteht ein Stadtplatz mit Einzelhandel.
- Das neue Stadtquartier wird optimal durch eine neue Straßenbahn (der Pankower Tram-Tangente) zwischen Weißensee und S/U-Bhf. Pankow erschlossen. Hier gibt es direkte Umsteigepunkte sowohl am S-Bhf. Pankow-Heinersdorf und am U/S-Bhf. Pankow.
- Der Panketrail führt über das Gelände mit direkten Verbindungen ins Pankower Zentrum und nach Süden. Damit schafft die neue und attraktive Radverkehrsverbindung insbesondere für die weiter entfernten nördlichen Ortsteile eine gute Anbindung an das Berliner Zentrum. Südlich des Bhf. Pankow auf der Westfläche ist zudem ein großes Fahrradparkhaus vorgesehen.
Mein Dank gilt den Kolleginnen und Kollegen im Stadtentwicklungsamt, die intensiv an diesem Projekt arbeiten. Ebenso danke ich allen in den Ämtern, die auf Bezirks- und Senatsebene das Projekt durch ihre Mitarbeit unterstützt und vorangebracht haben. Das Pankower Tor ist ein gutes und ein vorbildhaftes Beispiel, wie Senat und Bezirke erfolgreich zusammenarbeiten können. Der Erfolg hat also viele Mütter und Väter!
Für Berlin ist die Unterschrift unter diesen Vertrag daher ein sehr wichtiges Signal: In einer allgemein schwierigen wirtschaftlichen Situation in Deutschland und einem besonders für die Wohnungswirtschaft problematischen Marktumfeld geben wir mit diesem Großprojekt – zusammen mit der Firma Krieger – einen Startschuss für den dringend benötigten Wohnungsbau in Pankow. Hier gilt der Dank der Firma Krieger, die an diesem Ort über eine Milliarde Euro investieren wird.
Die Wohnungsnot hat in Berlin dramatische Ausmaße angenommen. Wir haben alle in unserem Freundes- und Bekanntenkreis Menschen, die verzweifelt nach einer Wohnung suchen. Wir werden die Wohnungsprobleme alleine im Wohnungsbestand (ca. 2 Mio. Wohnungen in Berlin) aber nicht lösen können. Dies ist ein Themenfeld, dem wir uns als Bezirk ebenso mit gleicher Intensität kümmern, wenn es um Probleme geht wie Umwandlung in Eigentumswohnungen, Eigenbedarfsklagen, Wuchermieten, Ferienwohnungen, möbliertes Wohnen und Wohnen auf Zeit. Wir werden aber erst wieder ein Gleichgewicht herstellen, wenn insbesondere die Mieterinnen und Mieter mit kleinerem Geldbeutel die Chance haben, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Hierfür braucht es mehr Mieterschutz und neue Wohnungen in Berlin zugleich.
Umso wichtiger ist es, dass es mit dem Pankower Tor vorangeht: Das neue Stadtquartier mitten in Pankow wird optimal mit dem öffentlichen Verkehr und mit dem Fahrradverkehr erschlossen sein. Das Projekt gibt dabei der Entwicklung der verkehrlichen Infrastruktur – insbesondere für den öffentlichen und den Fahrradverkehr – entscheidende Impulse: Entlang der Stettiner Bahn werden in den nächsten 15 Jahren Stadterweiterungen entstehen (z.B. in Heinersdorf, Blankenburger Süden und Karow), die durch diese neue Verkehrsinfrastruktur erschlossen werden. Hierbei denken wir die Mobilitätswende mit, da die Verkehrsinfrastruktur für das Auto im Bestand nur partiell ergänzt werden kann. Wir schaffen Auto arme Quartiere, die dabei auf neue Mobilitätsformen setzen und eine stadtverträgliche Mobilität fördern. Das Pankower Tor ist der erste Baustein, auf den weitere neue Quartiere aufbauen werden. Nur eine Entwicklung aus dem Zentrum heraus, ermöglicht eine schrittweise Stadtentwicklung, die bestehende Nachbarquartiere mit einbezieht, bestehende Missstände und Funktionsmängel in dieser Entwicklung zu lösen versucht.
Wichtige Herausforderungen haben wir in diesem Verhandlungsprozess gelöst oder zumindest tragfähige Lösungen weitgehend vorbereitet. Dies betrifft insbesondere den Natur- und Artenschutz: Die mittlerweile deutschlandweit bekannte Kreuzkröte ist nur ein Beispiel hierfür. Das Projekt Pankower Tor ist während seiner Planung in einen stark veränderten gesetzlichen Rahmen hineinweingewachsen. Das dramatische Artensterben auf der Welt und die Klimakrise – zwei Krisen, die sich gegenseitig verstärken – stellen völlig neue Anforderungen an Bauprojekte. Dies hat u.a. zu erheblichen Verzögerungen bei dem Projekt geführt, hat aber auch zu neuem Wissen beigetragen, wie diese Probleme gelöst werden können. Die Entwicklung der Stadtnatur als wichtiges Element der Stadtentwicklung wird uns daher bei allen weiteren Projekten begleiten.
In den nächsten Monaten werden wir mit voller Energie den Bebauungsplan vorantreiben und möglichst Ende 2026 festsetzen. Dann steht die Bewältigung der Artenschutzmaßnahmen an, die auch noch mal 1 oder 2 Jahre kosten werden. Wir sind höchst motiviert: Jedes Jahr, in dem der Investor Wohnungen zur Vermietung früher bereitstellen kann, entlastet unseren Wohnungsmarkt!
Cornelius Bechtler