Pankow ist der größte und bevölkerungsreichste Bezirk der Hauptstadt – doch beim Thema Barrierefreiheit bildet er ein Schlusslicht. In Berlin haben alle unfreiwillig obdachlosen Personen, unabhängig von Herkunftsland oder Staatsangehörigkeit, Anspruch auf ein „zivilisatorisches Minimum“: ein Dach über dem Kopf und ein Mindestmaß an Privatsphäre und Hygiene. Pankow aber bietet nur zwei rollstuhlgerechte Plätze in Notunterkünften (sog. ASOG-Unterkünften) an; ein pflegerisches oder therapeutisches Unterstützungsangebot gibt es vor Ort nicht.
„Unterkünfte, die zwar rollstuhlgerecht gebaut sind, aber keine verlässliche Unterstützung anbieten, sind mehr Farce als Lösung“, kommentiert Can Aru, Bezirksverordneter und Sprecher für Soziales. „Barrierefreiheit ist kein Nice-to-have, sondern Menschenrecht!“
In einem aktuellen Antrag fordert die Grüne Fraktion das Bezirksamt auf, gemeinsam mit der zuständigen Senatsverwaltung nach Wegen zu suchen, um zusätzliche barrierefreie Plätze in ASOG-Unterkünften zu schaffen, die Betreuung vor Ort zu verbessern und die Versorgung mit notwendigen Hilfsmitteln zu sichern. In diesen Prozess sollen frühzeitig Betroffene, Interessenvertretungen von Menschen mit Behinderungen sowie zivilgesellschaftliche Initiativen eingebunden werden. „Pankow kann und muss besser werden“, betont Can Aru. „Jeder Mensch hat ein Recht auf Würde, Teilhabe und echte Selbstbestimmung. Niemand darf ausgeschlossen werden, nur weil er oder sie einen Rollstuhl nutzt!“