Gemeinsame Pressemitteilung mit Bettina Jarasch (Fraktionsvorsitzende der Grünen Fraktion Berlin) und Julia Schneider (MdB): Antisemitismus hat in Pankow keinen Platz! 

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen wurden in der Ueckermünder Straße in Prenzlauer Berg antisemitische Mordaufrufe an Hauswände gesprüht. In Berlin verzeichnet die Meldestelle RIAS knapp 5 Vorfälle pro Woche gegen jüdische oder israelische Einzelpersonen. Bundesweit sind es knapp 24 antisemitische Vorfälle pro Tag

Angesichts der zunehmenden Gewalt gegen jüdische und israelische Menschen hat die Grüne Fraktion ihr Engagement gegen Antisemitismus intensiviert und in einer vierteiligen Antragsoffensive ein Bündnis gegen Antisemitismus in Pankow, eine Gedenkveranstaltung zum ersten Jahrestag des antisemitischen Massakers vom 07. Oktober 2023, die verstärkte Sichtbarmachung jüdischen Lebens in Pankow, das Hissen der israelischen Flagge am Jahrestag des Terrorangriffs der Hamas, sowie das Anbringen eines Banners „Nie wieder ist jetzt. Für Vielfalt und gegen Antisemitismus“ am Rathaus Pankow, im Bezirksamt Fröbelstraße und am Rathaus Weißensee. 

Die Fraktionsvorsitzenden Almuth Tharan und Paul Schlüter halten fest: Die Schmierereien in der Ueckermünder Straße sind kein bloßer Vandalismus. Sie sind eine direkte Bedrohung jüdischen Lebens in unserem Bezirk. Unser Mitgefühl gilt allen, die durch diesen Hass verängstigt, eingeschüchtert und verletzt wurden. Den Anwohnenden, die die Graffiti eigenhändig übersprüht haben, danken wir ausdrücklich. Euer Engagement zeigt: Pankow stellt sich gegen Hass! Wir begrüßen die Strafverfolgung durch den Staatsschutz und rufen dazu auf, antisemitische Vorfälle bei der Polizei und der Meldestelle RIAS Berlin zu melden.

Bettina Jarasch, Fraktionsvorsitzende der Grünen Fraktion Berlin, erklärt dazu: Wenn Jüdinnen und Juden mitten in Berlin, mitten in Prenzlauer Berg, mit Mordaufrufen an Hauswänden konfrontiert werden, dann ist das unerträglich. Unsere Solidarität gilt den Betroffenen und allen jüdischen Berliner*innen, die sich fragen müssen, ob ihr Zuhause, ihr Kiez, ihre Stadt noch ein sicherer Ort für sie ist. Dieser Hass zielt darauf, Menschen einzuschüchtern und jüdisches Leben aus unserem Alltag zu verdrängen. Dem werden wir uns als Stadtgesellschaft entschieden entgegenstellen. Berlin ist ohne jüdisches Leben nicht denkbar. Es muss sichtbar, selbstverständlich und sicher sein.“

Julia Schneider, direkt gewählte bündnisgrüne Bundestagsabgeordnete für Pankow, ergänzt: Ich setze mich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln weiter für die sehr lebendige, aktive und engagierte israelische und jüdische Gemeinschaft in meinem Bezirk und Wahlkreis ein. Dass innerhalb kurzer Zeit zweimal genau hier jüdische Menschen mit dem Tod bedroht werden, ist unfassbar. Ich stehe konsequent auf der Seite der Bedrohten.

Am Sonntag findet um 16:30 Uhr eine Mahnwache bei den Schönhauser Allee Arcaden statt. Pankow steht zusammen: Gegen Antisemitismus, für ein sicheres Zuhause für alle!