Die BVV möge beschließen:
Die BVV Pankow unterstützt das Bezirksamt in seinem Bemühen, das ehemalige Umspannwerk Wilhelmsruh dauerhaft als Schulstandort zu sichern und ersucht das Bezirksamt entsprechend, sich weiterhin beim Senat dafür einzusetzen, den provisorischen Schulstandort im ehemaligen Umspannwerk Wilhelmsruh dauerhaft als Schulstandort zu sichern und auszubauen. Dazu sind mit dem Eigentümer Gespräche über einen Kauf des Gebäudes zu führen. Sollten diese erfolgreich sein, so ist der Schulstandort Wilhelmsruh zu ertüchtigen und mit den notwendigen Ergänzungsbauten, wie etwa einer Sporthalle, auszubauen.
Den Schülerinnen und Schülern sowie dem Schulteam ist es – sofern die Anmeldezahlen der dann neuen Schule am Europasportpark dies zulassen – nach Abschluss der Sanierung des Standortes am Europasportpark anheimzustellen, ob sie an den alten Standort zurückkehren, oder weiter in Wilhelmsruh arbeiten und beschult werden wollen.
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen gez. BV Almuth Tharan, BV Paul Schlüter, BV Karsten Dirk Gloger, BV Carola Ehrlich-Cypra
Fraktion der CDU gez. BV Denise Bittner, BV Daniel Hauer
Gruppe der FDP gez. BV Thomas Enge, BV Oliver Simon
Begründung
Pankow wächst. Schon heute fehlen uns rund 3000 Oberschulplätze. Es entstehen zahlreiche neue Stadtquartiere in Pankow. Dadurch wird sich die Situation, insbesondere an den weiterführenden Schulen, noch einmal deutlich verschärfen.
Häufig scheitert der Bau von neuen weiterführenden Schulen an nicht vorhandenen, oder zu kleinen, und deshalb ungeeigneten Grundstücken. Baugrundstücke müssen für viel Geld angekauft werden. Ein gutes Beispiel ist das Grundstück an der Woelckpromenade, dass eigens für einen Erweiterungsbau des Primo-Levi-Gymnasiums zum stolzen Preis von 22,5 Millionen Euro angekauft werden musste.
Um dem Schulplatzmangel zu begegnen sind deshalb auch kreative Lösungen gefragt. In Wilhelmsruh wurde bereits viel Geld in den Ausweichstandort investiert. Daher ist es naheliegend, einen Weiterbetrieb des Standortes anzustreben.
Gleichzeitig dauert die Sanierung der Schule am Europasportpark länger als erwartet. Zuletzt wurde eine Fertigstellung für das Schuljahr 2028/2029 prognostiziert. Ob dieser Termin gehalten werden kann, ist offen. Bis zur Fertigstellung werden vermutlich sämtliche Schülerinnen und Schüler, die den alten Standort noch erlebt haben, ihre Schulzeit beendet und die Schule verlassen haben. Viele Familien, Schülerinnen und Schüler aus den unteren Jahrgangsstufen wohnen eher im Bereich des jetzigen Standorts in Wilhelmsruh und haben sich inzwischen eingelebt.
Andere Schülerinnen und Schüler wohnen in Prenzlauer Berg und wünschen sich eine baldige Rückkehr in ihre angestammten Schulräume.
Aufgrund des Mangels an Oberschulplätzen, würde eine dauerhafte Sicherung als Schulstandort doppelt Sinn ergeben. Im Vergleich zu den Kosten eines kompletten Schulneubaues mit vermutlich erforderlichem Ankauf eines geeigneten Grundstückes, wäre ein Weiterbetrieb des Ausweichstandortes vermutlich sogar wesentlich kostengünstiger.