Über einen Monat nach dem Kellerbrand in der Stargarder Straße 73 können die rund 120 Mieter*innen weiterhin nicht in ihre Wohnungen bzw. in ihre Gewerberäume zurückkehren. Angeblich sei erst eine Sanierung sämtlicher Elektro-, Wasser- und Heizungsleitungen des Hauses erforderlich. Für die Bereitstellung von Ersatzwohnraum sieht sich die Hausverwaltung nicht zuständig. Die Berliner Zeitung berichtete Mitte Februar, dass im Keller nichts repariert worden sei, während im oberen Stockwerk des Hinterhauses renoviert werde und Wohnungen im selben Haus für bis zu 4000 Euro Monatsmiete inseriert würden.
Während Eigentümer und Hausverwaltung die dringend nötige Instandsetzung verzögern, wächst die Unsicherheit – und mit ihr die Sorge, ob hier schleichend Fakten geschaffen werden sollen.
„Was wir hier erleben, ist kein Einzelfall. Wenn wochen- oder gar monatelang nichts passiert, kann das auch eine Verdrängungsstrategie sein. Das erleben wir immer wieder“, kommentiert Silke Gänger, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Mieten- und Wohnungspolitik.
In einem gemeinsamen Antrag mit der Linksfraktion fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen:
- die sofortige Reparatur der Brandschäden durch Eigentümer und Hausverwaltung,
- eine Klärung der Haftungs- und Zuständigkeitsfragen,
- eine transparente, verbindliche Kommunikation zum Zeitplan der Instandsetzung,
- eine Prüfung möglicher Zweckentfremdung oder rechtswidriger Nutzungsänderungen von Wohnungen im Gebäude sowie
- eine Unterstützung der Mieter*innen bei der Durchsetzung ihrer Rechte.
„Wenn Eigentümer nichts tun, muss der Bezirk handeln – durch Begutachtungen und rechtliche Schritte“, erklärt Silke Gänger. „Die betroffenen Familien und Gewerbetreibenden brauchen jetzt eine klare Perspektive!“