KA-1217/IX

Kein Schulwechsel, kein Stress – Stand und Entwicklung der Gemeinschaftsschulen in Pankow

Vorbemerkung: Derzeit gibt es im Bezirk Pankow zwei Gemeinschaftsschulen: Die Wilhelm- von-Humboldt (WvH) und die Tesla Gemeinschaftsschule. Mit der Drucksache IX-1302 wurde die Umwandlung der Grundschule an der Rennbahn (03G49) in eine Gemeinschaftsschule (03K12) zum Schuljahr 2027/2028 beschlossen. Während die WvH gemeinsam mit dem Elinor-Ostrom-Oberstufenzentrum über eine gemeinsame Oberstufe in kooperative Form verfügt, hat die Tesla bislang keine Oberstufe.

1. Über wie viele Züge/Schulplätze verfügen die Tesla und die Wilhelm-von-Humboldt GemS jeweils in der Primarstufe, SekI und Sek II? Wie viele der Plätze in den jeweiligen Stufen sind im SJ 2025/26 belegt? Wie viele Plätze sind nicht belegt? 

2. Wie haben sich die Anmeldezahlen und die Auslastung der beiden Gemeinschaftsschulen in Pankow in den letzten fünf Schuljahren entwickelt? (Bitte nach Schuljahr und Schulstandort aufschlüsseln und Soll-/Ist-Kapazitäten angeben) 

3. Wie viele GemS-Schüler*innen sind in den letzten fünf Schuljahren nach Klasse 4 /nach Klasse 6 an andere Schulen gewechselt (Bitte nach Schuljahr und Schule aufschlüsseln) 

4. Wie viele Züge/Schulplätze soll die Gemeinschaftsschule an der Rennbahnstraße (03K12) perspektivisch zum SJ 2027/2028 in der Primarstufe/Sek I führen? 

Die Gemeinschaftsschule an der Rennbahnstraße (03K13) soll perspektivisch zum Schuljahr 2027/2028 in der Primar- und Sekundarstufe I 3-zügig sein.

5. Ist für die neue GemS 03K12 eine Oberstufe geplant? 

a) Wenn ja, in welcher Form? (eigene Oberstufe, Oberstufe in Kooperation)? 

Ja, für die neue Gemeinschaftsschule 03K13 ist eine Oberstufe geplant. Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (Abteilung II) strebt an, die Schule bei der Einrichtung einer Verbundlösung mit dem benachbarten Max-Bill-OSZ zu unterstützen. Alternativ zum Verbund als Vorzugsvariante sind auch Kooperationen mit Oberstufenzentren (OSZ) oder mit anderen Integrierten Sekundarschulen (ISS) mit eigener Sekundarstufe II denkbar. Die endgültige Entscheidung obliegt der Schulkonferenz.

6. Wurde bzw. ist. für die Tesla GemS eine gymnasiale Oberstufe angestrebt? 

a) Wenn ja, in welcher Form?

b) Wenn nein, mit welcher Begründung?

Aus Sich des Schul- und Sportamtes wird hinsichtlich der äußeren Schulangelegenheiten für die Tesla-Gemeinschaftsschule keine eigene gymnasiale Oberstufe angestrebt, da die bestehenden räumlichen Kapazitäten für die Sekundarstufe I benötigt werden. Durch die Kooperation mit der Brillat-Savarin-Schule (OSZ) wird ein Übergang in eine gymnasiale Oberstufe ermöglicht. Inwiefern die Tesla-Gemeinschaftsschule eine individualisierte gymnasiale Oberstufe anstrebt, obliegt ihr gemäß SchulG in eigener Verantwortung.

7. Welche Schritte wurden unternommen, um an der Tesla GemS eine gymnasiale Oberstufe einzurichten? (Arbeitsgruppen, Gremienbeschlüsse, Gespräche mit umliegenden Schulen, etc.) 

Im Zusammenhang mit der Planung eines gemeinsamen Schulcampus mit der be-nachbarten Maria-Leo-Grundschule (03G48) stellte das Bezirksamt Pankow einen An-trag auf Genehmigung einer eigenen Sekundarstufe II für die Tesla-Gemeinschafts-schule im Vorgriff auf den geplanten Zusammenschluss beider Schulen. Die Senats-verwaltung für Bildung, Jugend und Familie (Abteilung II) verfolgte diesen Antrag je-doch nicht weiter, da auch die Planungen zur Einrichtung eines gemeinsamen Schulcampus zunächst ausgesetzt wurden. Hintergrund hierfür ist, dass die hierfür erforderlichen Schulkonferenzbeschlüsse beider Schulen bislang nicht vorliegen.

a) Wie unterstützt das Bezirksamt entsprechende Entwicklungsprozesse? 

Das Bezirksamt ist aktuell angehalten, die Räumlichkeiten an den Bestandsschulen vordergründig zur Erfüllung der Schulpflicht einzusetzen.

b) Wie unterstützen die Schulaufsicht und die Senatsbildungsverwaltung entsprechende Entwicklungsprozesse? 

Es besteht Einvernehmen darüber, bestehende Kooperationen auf ihre Umsetzbarkeit zu prüfen. Sobald sich die Schulplatzsituation im Bezirk entspannt, können auch an bestehenden Schulen die Flächenpotenziale perspektivisch anders genutzt werden. Im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive (BSO) sind im Bezirk Pankow zusätzliche Integrierte Sekundarschulen (ISS) bzw. Gemeinschaftsschulen mit eigener Sekundarstufe II vorgesehen. Bestandsschulen ohne eigene Sekundarstufe II sollen perspektivisch Kooperationsmöglichkeiten erhalten.

8. Wie viele Neugründungen von Gemeinschaftsschulen sind in Pankow zukünftig geplant? 

Durch die geplanten Umwidmungen von Grundschulen in Gemeinschaftsschulen sind bis zum Schuljahr 2028/29 zwei neue Gemeinschaftsschulen geplant.

a) Für wie viele davon kann auf Gebäude im Bestand zurückgegriffen werden? 

Siehe Beantwortung zu Frage 8.

b) Für wie viele davon sind Schulneubauten vorgesehen – wie viele davon nach Compartment-Standard? 

Die Schulentwicklungsplanung wird nach den Monitoring-Gesprächen mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie am 26.02.2026 derzeit neu aus-gerichtet. Hintergrund sind die dort vorgestellten Prognoseentwicklungen auf Grundlage der aktualisierten Bevölkerungsprognose der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Die Monitoring-Berichte können nach deren Veröffentlichung auf der Website des Schul- und Sportamtes Pankow eingesehen werden.

c) Wie ist der jeweilige Planungs- und Umsetzungsstand und für wann ist die Inbetriebnahme vorgesehen? Sind bereits Mittel in der Investitionsplanung des Landes Berlin dafür eingestellt? 

Die Planungen werden aktuell überprüft und im Investitionsprogramm seinerseits abgebildet sein.

d) Wie viele Schulplätze sollen auf diesem Weg jeweils geschaffen werden? (Bitte standortscharf ausweisen und bei den Schulplätzen zwischen Plätzen in der Primarstufe, Sekundarstufe I und II unterscheiden!) 

Siehe Beantwortung zu Frage 8 b).

9. Welche Schulgemeinschaften im Bezirk haben den Wunsch nach einem Ausbau zu einem Gemeinschaftsschulstandort angemeldet? Welche davon konnten mit diesem Wunsch bisher nicht berücksichtigt werden? 

Dem Bezirksamt Pankow liegen keine Anträge von Schulgemeinschaften zur Änderung der Schulform in eine Gemeinschaftsschule vor.

10. Aus welchen Gründen konnte dem Wunsch der Schulgemeinschaften aus der vorherigen Frage nicht nachgekommen werden? 

Siehe Beantwortung zu Frage 9.

11. Welche Herausforderungen sieht das Bezirksamt beim Ausbau von Gemeinschaftsschulen im Bezirk? 

Grundsätzlich müssen für die Einrichtung bzw. den Ausbau von Gemeinschaftsschulen nachweislich entsprechende Schulplatzbedarfe sowohl im Primar- als auch im Sekundarbereich bestehen. Zudem müssen Gemeinschaftsschulen nach Musterraumprogramm eine Mindestgröße von 2-3-0 Zügen beherbergen und haben somit einen erheblichen Raum- und Flächenbedarf.

12. Welche Rolle spielt der Ausbau von Gemeinschaftsschulen in der bezirklichen Schulentwicklungsplanung? 

Der Ausbau von Gemeinschaftsschulen eröffnet die Möglichkeit, Schulplatzkapazitäten flexibel und bedarfsgerecht sowohl im Primar- als auch im Sekundarbereich einzusetzen. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus der Drucksache IX-1321, die der BVV zur Beschlussfassung vorliegt.

13. Welche Unterstützung erhalten bestehende Gemeinschaftsschulen im Bezirk durch das Bezirksamt? 

Mit der Finanzierungsanmeldung für das Projekt „Shine Together – Deine Zukunft, dein Kiez“ wird die Schulsozialarbeit an der Tesla-Gemeinschaftsschule gestärkt. Darüber hinaus finden hier in den kommenden Jahren umfangreiche Baumaßnahmen zur Verbesserung der Schulplatzqualität statt. Beide bestehende Gemeinschaftsschulen wurden zudem in den letzten Jahren umfangreich durch IT-Technik im Rahmen der Digitalisierung unterstützt.