Pankow verheizt öffentliche Gelder: Grüne Fraktion Pankow fordert Kurswechsel

Smarte, selbstlernende Heizungssteuerungen können verhindern, dass Schulen, Sporthallen, Kitas und Verwaltungsgebäude unnötig Energie verbrauchen. Die Bezirke Treptow-Köpenick, Reinickendorf, Spandau, Tempelhof-Schöneberg, Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg haben entsprechende Lösungen bereits eingesetzt und sparen damit etwa 20 Prozent der Heizkosten ein: Rund 30.000 Euro pro Gebäude und – bezogen auf einen gesamten Bezirk – bis zu eine Million Euro pro Jahr. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Silke Gänger forderte in der gestrigen BVV das Bezirksamt auf, transparent zu machen, wie viel Geld Pankow sparen könnte, wenn allein die zehn energetisch schlechtesten bezirkseigenen Gebäude mit selbstlernenden Steuerungen ausgestattet würden – und welches Einsparpotenzial für den gesamten Gebäudebestand besteht. 

Der für Facility Management zuständige Stadtrat Jörn Pasternack (CDU) hat diese Frage nicht beantwortet: Seiner Ansicht nach lasse sich ein Einsparpotenzial nicht beziffern. Die Hauptgründe für hohen Energieverbrauch seien Gebäudehülle und Nutzungsverhalten. „Eine smarte Heizungssteuerung würde auch diese Aspekte berücksichtigen, um den Verbrauch zu optimieren“, stellt Silke Gänger klar. „Während andere Bezirke jetzt schon viel Geld sparen und Klimaschutz praktisch umsetzen, bläst Pankow öffentliche Gelder zum Schornstein hinaus.“ 

Stadtrat Pasternack gab zu bedenken, dass die Heizungsanlagen in Pankows bezirkseigenen Gebäuden entweder für selbstlernende Heizungssteuerungen „nicht geeignet“ seien oder dass abgewartet werden solle, bis die Gebäude insgesamt saniert worden seien. „Wir sprechen hier über Sanierungen, die teils erst in Jahrzehnten umgesetzt werden“, hält Silke Gänger fest. „Das Bezirksamt darf nicht weiter auf die Bremse treten, sondern muss jetzt handeln! Jeder Euro, der nicht mehr für vermeidbare Heizkosten ausgegeben wird, kann in soziale Infrastruktur, Kultur oder Bildung fließen und schont das Klima.“