Vorbemerkung
Die Zahl der Menschen mit Demenz steigt bundesweit deutlich an. Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (2024) sind aktuell rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland von einer Demenz betroffen, bis 2050 geht die DAlzG von einem Anstieg auf bis zu 2,7 Millionen aus. Aktuelle Prognosen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) rechnen mit bis zu 2,1 Millionen Menschen mit Demenz im Jahr 2060. Dieser Anstieg erfordert drastische Anpassungen, da gleichzeitig die Zahl der Erwerbsbevölkerung abnimmt.
Im Jahr 2020 hat der Bund die Nationale Demenzstrategie beschlossen. Sie gliedert sich in vier zentrale Handlungsfelder: Verbesserung der Teilhabechancen, Verbesserung von Unterstützung und Beratung, Weiterentwicklung der medizinischen und pflegerischen Versorgung sowie Verbesserung der Forschungslage.
Die hier formulierten übergeordneten Ziele müssen konkret in Maßnahmen vor Ort, im Bezirk, übersetzt und umgesetzt werden. Eine der wesentlichen Rollen der Kommune gegenüber ihrer Bevölkerung ist es dabei, als verlässliche Anlaufstelle für gebündelte Informationen zu Diagnostik-, Beratungs-, Betreuungs- und Entlastungsangeboten zu fungieren – gerade weil Betroffene und Angehörige beim Thema Demenz häufig auf ein unübersichtliches, oft ehrenamtlich getragenes Angebot treffen, das sich ihnen ohne kommunale Bündelung kaum erschließt.
Für Pankow gewinnt diese Aufgabe zusätzlich an Dringlichkeit: Pankow gilt als der am schnellsten alternde Bezirk Berlins und muss sich entsprechend frühzeitig auf einen wachsenden Bedarf an demenzspezifischen Angeboten einstellen.
Der Bezirk Lichtenberg hat sich diesbezüglich auf den Weg gemacht. Zum 1. Juli 2024 wurde eine bezirkliche Leitstelle „Demenzfreundliche Kommune Lichtenberg“ eingerichtet, die vom Bezirksamt mit rund 65.000 Euro jährlich finanziert wird. Der Malteser Hilfsdienst kann damit 30 Wochenstunden Personal zur Verfügung stellen. Diese Stelle übernimmt u.a. offene Beratungssprechstunden, die Vernetzung der unterschiedlichen Institutionen im Bezirk, Schulungen für pflegende Angehörige und Ehrenamtliche sowie Gremien- und Öffentlichkeitsarbeit. Lichtenberg nimmt damit berlinweit eine Vorreiterrolle zum Thema Demenz ein.
Im Bezirk Pankow bestehen mit dem Qualitätsverbund Netzwerk im Alter Pankow e. V. (QVNIA) und den drei Pflegestützpunkten wichtige Angebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Eine dem Lichtenberger Modell vergleichbare, bezirklich finanzierte und koordinierende Anlaufstelle mit klarem strategischem Auftrag ist für Pankow nicht bekannt.
Vor diesem Hintergrund fragen wir das Bezirksamt:
I. Datenlage
1. In Berlin leben Schätzungen der Alzheimer Gesellschaft zufolge 65.000 Menschen mit Demenz. Wie viele Menschen mit einer diagnostizierten Demenzerkrankung leben nach Kenntnis des Bezirksamts derzeit in Pankow – bitte, soweit möglich, differenziert nach den Altersgruppen unter 65 Jahre und 65 Jahre und älter? Falls keine eigenen Daten vorliegen: Auf welcher Datengrundlage (z.B. Hochrechnung anhand von Landes- oder Bundesprävalenzen) könnte eine solche Schätzung erfolgen?
Die neuesten Zahlen, die dem Bezirksamt Pankow hierzu vorliegen, beziehen sich auf das Jahr 2024 und basieren auf den SAHRA-Pflegekennzahlen. Für diese werden die Diagnosen aller AOK-Versicherten (nicht nur solcher mit Pflegegrad) in Pankow alters- und geschlechtsgewichtet hochgerechnet, d. h. es wird die Frage beantwortet, wie hoch die Zahl der Menschen mit Demenzdiagnose wäre, wenn innerhalb jeder Alters- und Geschlechtsgruppe der Anteil der Demenzkranken in Pankow genauso hoch wäre wie bei den Pankower AOK-Versicherten. Zur Einordnung: Für Berlin insgesamt schätzt diese Quelle eine Zahl von 66.373 Demenzkranken, liegt also leicht über der zitierten Schätzung der Alzheimer-Gesellschaft.
Nach diesen Daten lebten in Pankow 2024 6.558 Menschen mit Demenzdiagnose: 660, die jünger als 65 Jahre waren, 5.998 in der Altersgruppe ab 65 Jahren. Seit 2017 ist die Anzahl der Pankower Menschen mit Demenzdiagnose demnach deutlich zurückgegangen: Von 7.479 auf 6.558 (-12%). Dies entspricht in etwa der deutschlandweiten Entwicklung (2015-2022: -8%).¹
2. Wie hat sich die Zahl der über 65-Jährigen sowie der über 80-Jährigen in Pankow in den letzten fünf Jahren entwickelt, und welche Prognose liegt dem Bezirksamt für die kommenden zehn Jahre vor?
Die aktuellsten Daten zur vergangenen Entwicklung haben den Stand 31. Dezember 2025. Hierzu gibt es zwei Datenquellen: Die Bevölkerungsfortschreibung der Statistischen Ämter und die Einwohnerregisterdaten. Die Daten der Bevölkerungsfortschreibung gelten als verlässlicher. Jedoch können mit ihnen keine Änderungen in den letzten fünf Jahren dargestellt werden, da die entsprechenden Daten für 2020 nicht vorliegen. Die Datenlage fasst die folgende Tabelle zusammen.

Eine Bevölkerungsprognose wurde 2025 von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen veröffentlicht. Sie basiert auf dem Einwohnerregister. Den detaillierten Ergebnistabellen für die mittlere Variante der Prognose² lässt sich entnehmen, dass bis zum Jahr 2036 ein Anstieg der Pankower Bevölkerung über 65 Jahre auf 77.111 (+19% verglichen mit dem Einwohnerregister, Stand 31. Dezember 2025) prognostiziert wird, jedoch eine Verringerung der Zahl der Menschen über 80 auf 18.201 (-16%). Auch für Berlin insgesamt wird vorhergesagt, dass es mehr Menschen über 65, jedoch weniger Menschen über 80 Jahren geben wird.³
II. Strategie und Koordination
3. Verfügt der Bezirk Pankow über eine eigene Demenzstrategie oder ein vergleichbares Konzept? Falls ja: Wann wurde diese beschlossen und in welchen Abständen wird dieses Dokument überarbeitet und wo ist sie einsehbar? Falls nein: Ist die Erarbeitung einer solchen Strategie geplant, und wenn ja, bis wann?
Mit politischer Unterstützung und im Rahmen der Kooperation mit QVNIA kann eine Strategie für Pankow erarbeitet bzw. aktualisiert werden.
4. Inwiefern betreibt der Bezirk kommunale Planung im Hinblick auf die Langzeitpflege und insbesondere die Pflege von Menschen mit Demenz? Falls dies noch nicht passiert, auf welcher Grundlage bereitet sich der Bezirk auf den demografischen Wandel und die damit einhergehenden Pflegebedarfe vor?
Mit politischer Unterstützung und im Rahmen der Kooperation mit QVNIA kann eine Strategie für Pankow erarbeitet bzw. aktualisiert werden.
5. Wie bewertet das Bezirksamt das Lichtenberger Modell einer bezirklich finanzierten „Leitstelle Demenzfreundliche Kommune“ mit fester Trägerschaft, Beratungssprechstunde, Netzwerkkoordination und jährlicher Aktionswoche als mögliches Vorbild für Pankow?
Das Bezirksamt Pankow bewertet das Lichtenberger Modell einer bezirklich finanzierten „Leitstelle Demenzfreundliche Kommune“ als einen interessanten Ansatz zur Stärkung der Vernetzung und Unterstützung von Menschen mit Demenz sowie ihrer Angehörigen. Gleichzeitig verfolgt Pankow einen anderen Ansatz, der auf der Zusammenarbeit bestehender Strukturen und Netzwerkpartner basiert.
Die Aktivitäten im Bereich der demenzfreundlichen Kommune erfolgen in Pankow insbesondere im Rahmen bestehender Netzwerkstrukturen, unter anderem über den Qualitätsverbund Netzwerk im Alter Pankow e. V. (QVNIA). In diesen Strukturen wirken zahlreiche Akteur:innen aus dem Bereich Demenz, Pflege und Beratung mit, darunter die Pflegestützpunkte, die Kontaktstelle PflegeEngagement, Selbsthilfeorganisationen, die Alzheimer Gesellschaft Berlin, die Alzheimer Angehörigen-Initiative e. V. sowie weitere Einrichtungen und Dienste, darunter auch die Pankower Krankenhäuser wie das Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee.
Durch die bestehenden Kooperationen werden fachlicher Austausch, Information, Beratung, Sensibilisierung und Vernetzung im Bezirk unterstützt und weiterentwickelt. Das Bezirksamt sieht daher die Weiterentwicklung der vorhandenen Netzwerkstrukturen als einen geeigneten Weg für Pankow an. Gleichzeitig werden Erfahrungen und Ansätze anderer Bezirke aufmerksam verfolgt und daraufhin betrachtet, ob einzelne Elemente für die Weiterentwicklung der bestehenden Angebote nutzbar sind.
6. Wurde die Einrichtung einer vergleichbaren Koordinierungsstelle für den Bezirk Pankow bereits geprüft, beantragt oder haushalterisch angemeldet? Falls ja: Mit welchem Ergebnis bzw. in welchem Verfahrensstand?
Eine eigenständige, bezirklich finanzierte Koordinierungsstelle nach dem Vorbild des Lichtenberger Modells wurde für Pankow bislang nicht geprüft, beantragt oder haushalterisch angemeldet. Hintergrund ist, dass der Bezirk bereits auf bestehende und etablierte Netzwerkstrukturen setzt.
Die Koordination erfolgt insbesondere über den QVNIA e. V., der gemeinsam mit den beteiligten Akteur:innen bezirksübergreifende Aufgaben der Vernetzung, Information und Zusammenarbeit wahrnimmt. Damit werden bereits wesentliche Funktionen einer Koordinierungsstelle erfüllt. Ziel des Bezirksamtes ist es, diese bewährten Strukturen weiter zu stärken und Doppelstrukturen zu vermeiden. Erfolgreiche Ansätze anderer Bezirke werden gleichwohl beobachtet und daraufhin geprüft, ob einzelne Elemente zur Weiterentwicklung der bestehenden Angebote in Pankow beitragen können.
7. Nutzt der Bezirk die Förderung von zwei regionalen Netzwerken durch die Soziale Pflegeversicherung nach § 45e SGB XI? Wenn ja, welche Netzwerke sind das, welchen Schwerpunkt verfolgen diese und für wie viele Jahre ist die Förderung gesichert? Wenn nein, warum werden diese finanziellen Mittel ungenutzt gelassen bzw. was unternimmt der Bezirk um solche Netzwerke bei der Gründung zu unterstützen?
Das Netzwerk QVNIA e. V. erhält eine Förderung nach § 45e SGB XI als regionales Pflegenetzwerk. Die Förderung unterstützt die Vernetzung relevanter Akteur:innen im Bezirk und dient insbesondere der Zusammenarbeit in den Bereichen Pflege, Demenz, Beratung, Prävention sowie der sektorenübergreifenden Versorgung und Überleitung.
Die Förderung der sozialen Pflegeversicherung beträgt derzeit rund 25 T€ jährlich. Darüber hinaus erbringt der Netzwerkträger einen erheblichen Eigenanteil. Die Förderung erfolgt nach den geltenden Förderbestimmungen und wird durch den Träger regelmäßig beantragt und abgerufen. Die fachliche und fördertechnische Bearbeitung der Förderung erfolgt nicht durch das Bezirksamt Pankow.
Aus Sicht des Bezirksamtes steht die Weiterentwicklung und Stärkung bestehender, etablierter Netzwerkstrukturen im Vordergrund. Ein paralleler Aufbau weiterer vergleichbarer Strukturen wird derzeit nicht verfolgt, da eine nachhaltige Vernetzung und die Vermeidung von Doppelstrukturen als zielführend angesehen werden.
III. Bestehende Angebote und Netzwerke
8. Welche Beratungs-, Betreuungs- und Unterstützungsangebote speziell für Menschen mit Demenz und pflegende Angehörige aller Altersgruppen bestehen aktuell im Bezirk Pankow (bitte mit Träger, Finanzierung und Reichweite/Fallzahlen, sofern bekannt)?
Im Bezirk Pankow besteht ein vielfältiges Angebot an Beratungs-, Betreuungs- und Unterstützungsleistungen für Menschen mit Demenz und pflegende Angehörige aller Altersgruppen. Die Angebote werden von unterschiedlichen Trägern und Einrichtungen im Bezirk vorgehalten und über bestehende Netzwerkstrukturen miteinander verbunden.
Hierzu gehören insbesondere:
• Beratungsangebote durch Pflegestützpunkte, den QVNIA e. V. sowie weitere Fachstellen,
• Unterstützung und Entlastungsangebote für pflegende Angehörige, unter anderem durch die Kontaktstelle PflegeEngagement, Selbsthilfeangebote und Angehörigengruppen,
• niedrigschwellige Betreuungs- und Unterstützungsangebote,
• ambulante, teilstationäre und stationäre Versorgungsangebote mit dem Schwerpunkt Demenz,
• Informationsveranstaltungen, Fachveranstaltungen und Informationsmaterialien für Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger:innen.
Eine vollständige bezirkliche Erfassung aller Angebote einschließlich Träger, Finanzierung und Fallzahlen erfolgt nicht durch das Bezirksamt. Die jeweiligen Träger und Einrichtungen verfügen über die entsprechenden Angaben zu Finanzierung, Leistungsumfang und Inanspruchnahme.
Eine wichtige Plattform zur Vernetzung und Information bildet der Qualitätsverbund Netzwerk im Alter Pankow e. V. (QVNIA), der Angebote der Mitgliedseinrichtungen sowie Informationen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen bündelt. Dazu gehören unter anderem Beratungsangebote, Informationsmaterialien, Veranstaltungen und Angebote zur Unterstützung im Alltag.
Die Angaben zu Finanzierung, Fallzahlen und ggf. Wirkung der Angebote können nur durch die jeweiligen Leistungserbringer bereitgestellt werden.
9. Wie stellt das Bezirksamt sicher, dass Menschen mit Demenz im Bezirk Pankow niedrigschwellige, wohnortnahe soziale und kulturelle Teilhabeangebote wahrnehmen können? Welche Stelle im Bezirksamt ist für die systematische Erfassung und Aktualisierung von Teilhabeangeboten für Menschen mit Demenz zuständig?
Das Bezirksamt Pankow unterstützt die soziale und kulturelle Teilhabe von Menschen mit Demenz durch die Zusammenarbeit mit einem breiten Netzwerk aus Beratungs-, Pflege- und Unterstützungsangeboten. Die Gesundheitspflegefachkonferenz (GPK) Demenz wurde 2013 eingerichtet und hat die Vernetzung im Themenfeld Demenz über viele Jahre begleitet. Aufgrund veränderter personeller Rahmenbedingungen innerhalb der Organisationseinheit Qualitätsentwicklungs-, Planungs- und Koordinierungsstelle (QPK Pankow) wird das Format derzeit nicht aktiv fortgeführt. Der fachliche Austausch erfolgt weiterhin über bestehende Netzwerk- und Kooperationsstrukturen im Bezirk.
Darüber hinaus verfügt Pankow seit 2013 über ein Netzwerk sogenannter Demenzschutzräume. Derzeit beteiligen sich acht Einrichtungen im Bezirk an diesem Angebot. In Kooperation mit der Berliner Polizei, dem Sozialpsychiatrischen Dienst (SpD) und dem Berliner Krisendienst können desorientierte oder hilfebedürftige Menschen mit Demenz vorübergehend in diesen Einrichtungen betreut und versorgt werden, bis eine sichere Rückkehr oder weitere Unterstützung organisiert ist. Das Angebot leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und Teilhabe von Menschen mit Demenz im öffentlichen Raum.
Eine zentrale Stelle im Bezirksamt, die sämtliche Teilhabeangebote für Menschen mit Demenz systematisch erfasst und fortlaufend aktualisiert, besteht derzeit nicht. Die Übersicht und Weiterentwicklung der Angebote erfolgt im Rahmen bestehender Netzwerk- und Kooperationsstrukturen, unter anderem im Austausch mit dem Qualitätsverbund Netzwerk im Alter Pankow e. V. (QVNIA) sowie den beteiligten Einrichtungen und Organisationen.
10. In welcher Form arbeitet das Bezirksamt mit dem Qualitätsverbund Netzwerk im Alter Pankow e. V. (QVNIA), der Alzheimer Angehörigen-Initiative e. V., der Alzheimer Gesellschaft Berlin sowie den Pflegestützpunkten im Bezirk zum Thema Demenz zusammen?
Das Bezirksamt Pankow arbeitet im Themenfeld Demenz mit dem Qualitätsverbund Netzwerk im Alter Pankow e. V. (QVNIA) sowie den dort vernetzten Akteur:innen zusammen. Die in der Frage genannten Organisationen, darunter die Alzheimer Angehörigen-Initiative e. V., die Alzheimer Gesellschaft Berlin, die Pflegestützpunkte sowie weitere Einrichtungen und Dienste im Bezirk, sind im QVNIA e. V. eingebunden und Mitglieder.
Der Austausch erfolgt im Rahmen der bestehenden Netzwerkstrukturen und dient insbesondere der gegenseitigen Information, der fachlichen Vernetzung sowie der Weiterentwicklung von Unterstützungs- und Beratungsangeboten für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Der QVNIA e. V. bietet hierfür eine etablierte Plattform für die Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen.
11. Plant das Bezirksamt Aktionen im Rahmen der Woche der Demenz (21.-27. September 2026) oder eine vergleichbare Veranstaltungsreihe zum Thema Demenz in Pankow, die altersübergreifend – also nicht nur für Seniorinnen und Senioren – konzipiert ist?
Das Bezirksamt Pankow plant derzeit keine eigene bezirksweite Aktionswoche im Rahmen der Woche der Demenz. Unabhängig davon werden im Bezirk durch zahlreiche Netzwerkpartner regelmäßig Informations-, Beratungs- und Sensibilisierungsangebote für Menschen mit Demenz, ihre Angehörigen sowie die interessierte Öffentlichkeit durchgeführt.
Bereits seit 2013 wurden die Aktivitäten im Themenfeld Demenz im Rahmen der Gesundheitspflegefachkonferenz (GPK) Demenz abgestimmt und weiterentwickelt.
Die Angebote werden unter anderem durch den QVNIA e. V., die Pflegestützpunkte, die Alzheimer Angehörigen-Initiative e. V., die Alzheimer Gesellschaft Berlin, die Kontaktstelle PflegeEngagement (KPE), Selbsthilfegruppen sowie Einrichtungen wie das Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee (jeweils Mitglied im QVNIA e. V.) und weitere Netzwerkpartner umgesetzt. Hierzu zählen beispielsweise Informationsveranstaltungen, regionale Beratungsangebote, spezifische Informationsmaterialien für Pankow sowie Fachveranstaltungen wie das Gerontopsychiatrische Symposium, das in diesem Jahr bereits zum 19. Mal stattgefunden hat.
Das Bezirksamt bewertet die kontinuierliche Durchführung und Weiterentwicklung dieser ganz-jährig stattfindenden Angebote als zielführend. Die bestehenden Angebote richten sich grundsätzlich an Menschen aller Altersgruppen und tragen dazu bei, das Thema Demenz dauerhaft in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen.
Fußnote 1: Michalowsky, B., et al. (2025). Rückgang der Demenzdiagnosen im niedergelassenen Bereich: Eine Auswertung von vertragsärztlichen Abrechnungsdaten. Deutsches Ärzteblatt International, 122, S. 373-378. doi: 10.3238/arztebl.m2025.0090. Abgerufen am 27. Juli 2026 von https://www.aerzteblatt.de/archiv/rueckgang-der-demenzdiagnosen-im-niedergelassenen-bereich-52670452-ce98-4a4b-97db-9edd9bb5bc81
Fußnote 2: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. (2025). Kleinräumige Ergebnisse zur Bevölkerungsprognose 2024 – 2040. Abgerufen am 21. Juli 2026 von https://www.berlin.de/sen/stadt/_assets/stadtdaten/stadtwissen/bevoelkerungsprognose-2024-2040/kleinraeumige_ergebnistabellen_bevoelkerungsprognose_2024-2040-_1_.xlsx?ts=1780323150, Blatt „03_Pankow+7PGR“, Tabelle 03 – Pankow, eigene Berechnungen
Fußnote 3: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. (2025). Bevölkerungsprognose für Berlin 2024 bis 2040: Gesamtbericht. Abgerufen am 21. Juli 2026 von https://www.berlin.de/sen/stadt/_assets/stadtdaten/stadtwissen/bevoelkerungsprognose -2024-2040/bericht_bevoelkerungsprognose-fuer-berlin-und-die-bezirke-2024-2040.pdf, S. 11.